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Reisebericht: Ich hab nen Koffer in Berlin

Alle paar Monate zieht es mich in meine alte Kindergartenheimat. Dieses Mal war ich wegen einem spannenden Event im Ausland auf nen kurzen Sprung in meiner liebsten Stadt in Deutschland…

Der befreundeter Klangdesigner, Produzent und Musiker, Stefan Wolf, hat mich und meine Family zur Performance-Installation „beleave“ eingeladen. Ziemlich abgefahrenes Kunstprojekt mit den Künstlern Dominik Eggermann und Jörg Hasheider. Auf Screens gab es verstörende, sozialkritische, metaphorische Videoinstallationen, die Entwicklung und Prozess in der Gesellschaft zeigten und sich immer wieder in neue Themenwelten begaben – vom kontrollierenden Staat und Datenkontrolle, Militarismus, Terrorismus bis hin zur Überfischung der Weltmeere. Stefan Wolf spielte unter seinem Label „Drone Age Voodoo“ ein Life-Set – eine Opera for 4 iPads – in die laufende Installation ein und unterlegte sie mit eigenen Visuals.

Für mich ganz neu. Ziemlich faszinierend. Location passte auch top. Publikum: jedes Alter vertreten. Der typische Berliner eher „unschicke“ Style 🙂 Nach dem Event gab’s für mich guten, günstigen Gin Tonic.

Lette’m sleep

Müde ging’s nachts ins gebuchte Hostel „Lette’m sleep“ – zu Fuß circa 5 Minuten vom kleinen Club entfernt und wie der Name schon sagt in der Lettestraße. Schnell vorher noch im Späti was zu essen besorgen. Und dann ab ins Backpacker-Hostel im Prenzlauer Berg.

Lettestraße in Berlin

Lettestraße in Berlin

Für zwei Nächte haben wir vier Mädels 200 Euro für das Appartement bezahlt und dazu noch sehr kurzfristig gebucht. Platz gab’s im Prinzip sogar für sechs Personen. In einem großen Zimmer mit lila Tapete im Retrolook standen ein Doppelbett und zwei Ausziehcouchen. Ein weiteres Zimmer beherbergte einen großen Esstisch und noch eine der großen braunen Ausziehcouchen. Außerdem gab es eine vollausgestattete kleine Küche und ein Duschbad. Handtücher und Bettzeug für vier Personen wurden gestellt. Alles in allem super sauber, schön eingerichtet und liebevoll gestaltet. Für den Preis echt top. Das einzige Manko: Nur ein Spiegel bei vier Frauen, aber das ließ sich bei zwei Tagen verkraften. Dafür kostenloses W-Lan, Kaffee und Tee. Und im Erdgeschoss einen Gemeinschaftsraum mit PC, DVDs, Stadtpläne, Reisetipps, gemütlichen Sitzgelegenheiten und vielen interessanten Backpackern auf der Durchreise.

Frida Kahlo schaut uns beim Frühstücken zu.

Frida Kahlo schaut uns beim Frühstücken zu.

Frida Kahlo am Frühstückstisch

Und das Praktischste: Cafés, Kneipen, Clubs und Restaurants überall ringsum. Am nächsten Morgen gabs Frühstück mit Frida Kahlo. Das wunderschöne mexikanische Restaurant war ein echter Glückstreffer. Ob das wirklich authentisches mexikanisches Frühstück gewesen ist, kann ich nicht beurteilen. Aber richtig lecker war‘s. Für rund 60 Euro haben wir vier wirklich geschlemmt, sodass wir bis abends eigentlich nichts mehr brauchten.
Blaue Fassade, erdfarbene Wände und Frida Kahlo Leinwände, eine schöne große Bar in der Mitte und freundliche (wenn auch nicht ganz so mexikanische Bedienungen) haben uns das Regenwetter, das draußen herrschte versüßt. Das Restaurant ist nicht nur nach der Künstlerin benannt, sondern auch vom Stil der Einrichtung ihrem Haus nachempfunden.

Frühstück mit süßer Frida

Frühstück mit süßer Frida

Schlägt man die Speisekarte auf, liest man noch vor der tollen Auswahl an Speisen und Getränken den Lebenslauf von Frida Kahlo und die Philosophie des Lokals. Wirklich nice.
Essenstechnisch gab es für mich diesmal süße mexikanische Spezialitäten: Große frisch gebackene Pfannkuchen mit klein gehackten Mandeln, Ahornsirup und Früchten. Dazu heiße Schokolade und frisch gepressten O-Saft und Vanillequark mit frischen Früchten. Ich wußte nicht, wie gut Mexikaner frühstücken können. #Foodporn hoch zehn.
Meine Schwester und meine Mama haben sich für deftigeres Frühstück mit leckerem Käse, Dips, herzhaften Leckereien und Brötchen entschieden. Mindestens genauso gut.

Frühstück im Wohnzimmer

Sonntags gab’s in der Frida Kahlo Buffet, darauf hatten wir keine Lust, deshalb haben wir glücklicherweise ganz in der Nähe noch einen tollen Glücksgriff gelandet. Nachts ist es Club und morgens lässiges Wohnzimmer für Jedermann.
Die Einrichtung ist zusammengewürfelt aus vielen Vintage Stühlen, Tischen und Deko-Firlefanz. Ich liebe es. Von der Chaiselongue bis zum antiken Sofa ist alles dabei. Das Ganze ist auf altem Holzboden platziert. So sieht wohl Holzboden auf nem alten Piratenschiff aus. Und in der Mitte steht eine urige Bar, die noch aus DDR-Zeiten stammt.

Am Nachbartisch liest Papa seiner Tochter im quietschgelben Kleid und Gummistiefeln Teile aus der Zeitung vor und am andern Nebentisch sitzt ein Mädchen mit Laptop, Kaffee, nassen Haaren, die noch in ein Handtuch gewickelt sind. Wie im heimischen Wohnzimmer eben.

schleck-hamsterReisehamster-Empfehlung
Für wenig Geld gibt es üppiges Frühstück mit allem was das Herz begehrt. Da müssen dann auch mal paar Tische zusammengerückt werden, damit alles passt. Mjam!

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